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Die-Räucherei

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Fotos: Brasserie Cocotte

Brasserie Cocotte

Grüner-Turm-Str. 16
88212 Ravensburg
0751-88879001

aktualisiert: 06 / 2021
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa von 11.30-14 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 16-30 €, Menüs: 37-47 €

Sowohl der Name des Lokals in der Ravensburger Innenstadt als auch dessen Interieur, die frankophile Hintergrundmusik und insbesondere die ansprechend klingende Speisekarte lassen erst gar keine Zweifel aufkommen, was Gastgeber und Küchenchef Stefan Schulze hier im Schilde führt: Klassisches französisches Bistro im allerbesten Sinne, also durchaus gehoben und mit Gourmetanspruch. Und so sind die Flammkuchen in verschiedenen Varianten dann auch die bodenständigste Offerte im Programm, während Fines-des-Claires-Austern aus Isigny mit Limette, grünem Apfel und Fenchel, eine Vorspeise wie „Steak Tartare“ mit Meerrettich-Crème-fraîche, Kirschessiggel und süß-saurer Roter Bete oder eine Brunnenkresse-Velouté mit „Croque Monsieur“, Comté und Schinken klar den gehobenen Anspruch vermitteln.

Generell präsentiert sich das Repertoire erfreulich wenig klischeehaft. Da gehört die mit Brustfleisch und Farce vom Maishuhn sowie Entenleberterrine nach Art der Alten Schule gefertigte, dünn mit Gelee ausgegossene und ansonsten von festem Teig umschlossene hausgemachte Pastete, die mit ein paar Pistazien, einem dezent mit Ingwer abgeschmeckten Dörraprikosen-Chutney und sehr gutem fein gemahlenen französischen Senf aufgetischt wurde, noch zu den traditionellsten Dingen. Sie schmeckte übrigens sehr gut, war nur recht kompakt und tendenziell etwas trocken, was mit einem noch süffigeren Arrangement natürlich weniger deutlich aufgefallen wäre.

Apropos süffig: Nussbutter-Espuma und Vin-Jaune-Velouté umspielen eine frühlingshafte Melange aus Morcheln, grünem Spargel und Erbsen rund um die kleinen französischen Nudelplättchen „Crozets Savoyards“. Und zum „Croque Monsieur“ mit Comté und Schinken gibt’s bei 65 Grad gegartes Bio-Ei und Brunnenkresse-Velouté. Auch sonst präsentieren sich die Gerichte in der Regel sehr ausgewogen und die Produkte überzeugen. So zum Beispiel auch die schön reintönigen gebratenen Jakobsmuscheln, die optimal glasig und festfleischig mit zweierlei Blumenkohl (geröstet und knackig sowie als seidige Mousseline) und Kapern-/Rosinennage angerichtet waren – haptisch und aromatisch akzentuiert von gerösteten Mandeln und kleinen krossen Croûtons. Hier wird auch auf die Feinheiten geachtet!

Das zeigte zudem der perfekt sanft auf den Punkt gegarte und final nur noch ein wenig abgeflämmte Kabeljau aus dem Atlantik, dessen ganz leicht glasiges, in seine festfleischigen Lamellen aufblätterndes Filet in Begleitung sehr guter Krustentiertortelloni mit angenehm dünnem Teig um viel saftige Farce in den Fluten eines Bouillabaisse-/Muschelsuds aufgeboten wurden. Letzter war kraftvoll genug, um mit den kleinen Chorizowürfeln, den Taggiasca-Oliven und Cannellini-Bohnen (im Ganzen und als Creme) zurecht zu kommen. Ein sehr gutes, herzhaftes maritim-mediterranes Gericht, zupackend und doch elegant. Wer im Hauptgang lieber Fleisch isst: Nicht minder ansprechend klang mit Bohnen-Cassoulet, Panna Cotta und Gnocchi vom Ziegenkäse, Pommery-Senf sowie Salzzitronenjus auch die Begleitung einer Lammhüfte.

Und selbst zum Abschluss verliert sich die Küche nicht in Einfallslosigkeit. Die in einer Brasserie wahrscheinlich unvermeidliche Mousse au Chocolat, die hier aus 70%iger Guanaja-Schokolade gemacht ist, kommt beispielsweise mit Maldon-Sea-Salt-Karamell, Mokkacreme und Popcorneis daher. Und auch unsere Interpretation vom Erdbeerkuchen schmeckte kurzweilig: Das mit Rührkuchencreme und Streuseln vom gebackenen bretonischen Sablé bedeckte Erdbeerconfit wurde von feinsäuerlichem Crème-fraîche-Eis und einer Nocke Erdbeer-/Holunderblüten-Sorbet sekundiert. Jedes für sich genommen sehr gut auf den Punkt gebracht und auch im Zusammenspiel fein aufeinander abgestimmt.

Für uns in jedem Fall eine lohnenswerte Neuentdeckung, deren weitere Entwicklung wir gespannt verfolgen werden. Und apropos Entwicklung: Die Weinkarte ist sicher noch ausbaufähig, bietet aber schon jetzt adäquate Begleiter. Das Preisniveau ist gehoben, aber der Qualität durchaus angemessen.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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