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Fotos: Lockstein 1

Lockstein 1

im Biohotel Kurz
Locksteinstr. 1
83471 Berchtesgaden
08652-9800

aktualisiert: 08 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Menüs: 30-60 €

Im Grunde lohnt schon allein das besondere Ambiente und der entschleunigt-individuelle Verlauf der rein vegetarischen Menüs einen Besuch in dem romantisch-pittoresken Domizil von Christl und Gabi Kurz in Berchtesgaden. Das verwinkelte, an einer kleinen steilen Straße hoch oben im Ort gelegene Haus mit seiner über 500 Jahre alten Geschichte, der blumenumrankten Fassade und dem mit antikem Mobiliar und vielen liebevollen Details eher an ein vornehmes Wohnzimmer als ein Restaurant erinnernden Gastraum, strahlt ebenso viel Charme wie Behaglichkeit aus. In jedem Fall lässt es sich hier sehr entspannt und komfortabel verweilen, während nebenan in der teils einsehbaren Küche Christl Kurz und/oder ihre Tochter Gabi die einzelnen Gänge vorbereiten und die seit vielen Jahren zum Team gehörende Dame im Service ruhig und strukturiert für das Wohl der Gäste sorgt.

Dazu gehört auch, dass im Rahmen des täglich wechselnden und für alle Besucher zur gleichen Zeit startenden vegetarischen Menüs gleich zu Beginn schon erfrischend mit Kräutern aromatisiertes Wasser auf dem Tisch wartet und dieser dann im Handumdrehen weiter mit einer ersten kleinen Einstimmung (diesmal Wassermelone mit Feta, Thymian und karamellisierten Gewürzen) und einem taufrischen Salat bestückt wird. Zum Salat gibt’s seit jeher knusprig-flauschige Miniatur-Brötchen mit zweierlei Aufstrichen, unter denen der duftig mit frischen Gartenkräutern aromatisierte Quark beim jüngsten Besuch perfekt in den Sommer passte und die originell auf Basis von Reiswaffelbröseln, Tomatenconfit und einer wärmenden, subtil scharfen arabischen Gewürzmischung gearbeitete Creme auf die Zeit hindeutete, in der Gabi Kurz in Dubai bei der Jumeirah-Hotelgruppe international die gesunde vegetarische Küche geleitet hat, bevor sie wieder zurück in die Heimat und in den Familienbetrieb wechselte.

Generell ist die Küche des auch medial vor allem durch verschiedene sehr erfolgreiche Kochbücher bekannten Mutter-Tochter-Duos immer sehr geradlinig und klar, wird vor allem durch den prominenten Einsatz der vielen unterschiedlichen Kräuter geprägt, die im eigenen (über 6000 Quadratmeter großen) Garten angebaut werden – und von oft etwas versteckten raffinierten Details! Manche Gerichte erinnern auf ihre akkurat gearbeitete Art mehr an Fine Dining, so wie zuletzt die in zarten Tranchen angerichtete Terrine aus Brokkoli und einer hellen, auf Basis von Joghurt oder Crème fraîche zubereiteten Mousse, die von einer feinwürzigen fruchtig-pikanten Senfsauce akzentuiert wurde.

Andere Gerichte, wie die klare, nur ganz leicht rötlich eingefärbte Tomatensuppe mit Liebstöckelblättern und einer knuffigen kleinen Vollkornpizza mit Cocktailtomaten wirken eher schlicht, überzeugen dafür aber durch viel intensiven Produktgeschmack. Und wieder andere Gerichte wirken zwar auf den ersten Blick einfach, überraschen dann aber eben mit überdurchschnittlicher Finesse im Detail. Das gelang zuletzt vor allem bei dem auf einem blanchierten Mangoldblatt angerichteten Risotto mit gerösteten kleinen Pfifferlingen, duftigen mediterranen Kräutern und Parmesan ganz ausgezeichnet. Zum einen, weil die grüne Würze des Mangoldblattes automatisch bei jeder Gabel einen wichtigen Kontrast lieferte und zum anderen, weil salzig fermentierte Mangoldstiele im Risotto immer wieder spannende Würzekicks hinzuspielten.

Die einzige Ausnahme von der ansonsten gewohnt souveränen Vorstellung der Kurz-Küche, der im Übrigen ganz klar eine Vorreiterrolle für die vegetarische Küche hierzulande anzurechnen ist, bildete beim letzten Besuch der süße Abschluss. Der fiel mit einem Ananassorbet mit frischen Gartenbrombeeren zwar angesichts der sommerlichen Temperaturen angenehm erfrischend aus, blieb mit den nur durch etwas ungesüßter Sahne erweiterten zwei Komponenten und der recht wässrigen Konsistenz des Sorbets aber etwas zu simpel gestrickt. Da wir aus Erfahrung wissen, dass Christl und Gabi Kurz aber auch ganz wunderbare, raffinierte Desserts zaubern können, geben wir dem nicht allzu viel Gewicht und erwähnen lieber positiv, dass die angenehm heimelige Atmosphäre und die ausgezeichnete Küche von einer kleinen feinen Auswahl durchweg offen ausgeschenkter Weine abgerundet werden.

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