| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Mittags |
|
| Abends |
|
|
|
|
|
||
| Di-Sa ab 17.30 Uhr, So von 11.30-13.30 Uhr, Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 20-40 €, Menüs: 36-120 € |
Auf den ersten Blick sind die Bestenheider Stuben im gleichnamigen Hotelbetrieb im fränkisch-württembergischen Wertheim ein landläufiges Hotelrestaurant, doch ein Blick in die Speisekarte, mehr noch aber die Probe aufs Exempel, verdeutlicht den gehobenen Eigenanspruch des Teams rund um die Betreiber Markus Klein und Alexander Wald sowie Küchenchef Lars Häfner. Und das konnten wir auch nach unserem jüngsten Testbesuch in den sachlich aber gemütlich gestalteten Gasträumen wieder bestätigen, wenngleich die Bewertung im Vergleich zum Vorjahr etwas angepasst werden musste.
Und das hat weniger qualitative Gründe als mehr handwerkliche und kompositorische, denn im Vergleich zum letzten Testbesuch präsentierten sich sämtliche Gerichte doch um einiges schlichter in der Machart und landläufiger in der Zusammenstellung – was aber ausdrücklich nicht als Kritik verstanden werden soll, sondern als Begründung für die Anpassung auf 5 Pfannen. Denn grundsätzlich gab es auf Basis dieser Bewertung wenig zu mäkeln. Allenfalls an der recht durchschnittlichen Qualität der Brötchen vorneweg und am doch eher profanen als inspirierten „Küchengruß“: ein bisschen Olivencreme in einem kleinen Mürbteigzylinder. Durchaus schmackhaft, aber eben kein Pfannen-Niveau.
Knapp auf diesem bewegte sich dann aber schon der propere Feldsalat mit Kartoffel-Kräuter-Dressing, aufgelockert durch Granatapfelkerne sowie Brotchips und aus kulinarischer Sicht interessant gemacht durch sehr guten, milden und schmelzigen Schinken vom Spessart-Wildschein. Überhaupt sind es die bemerkenswerten Produkte, die alltägliche Dinge hier zu etwas Besonderem machen. So wie beispielsweise auch der aromatische Ziegenfrischkäse, der nebst ganzen karamellisierten Walnüssen, halbierten Cocktailtomaten, Brotchips und einem Feldsalat-Bouquet auf ein Rote-Bete-Carpaccio drapiert war.
Manches klingt raffiniert, präsentiert sich dann in der Umsetzung aber nicht so. Beispielhaft sei die als „Pinienkern-Schmelze“ annoncierte Komponente genannt, die eine als Produkt wieder sehr ansprechende, auf der Haut gebratene Tranche von der Spessart-Lachsforelle auf einem Sockel Blattspinat, umgeben von Risolée-Kartoffeln, eher unvorteilhaft eskortierte. Denn diese stärkelastige Creme, mit der nicht nur die Kartoffelwürfel, sondern auch der Rest des Tellers überzogen war, schmeckte kaum nach Pinienkernen und ließ die ganze Angelegenheit eher plump als finessenreich wirken.
Ein ansprechendes, im besten Sinne gutbürgerliches Gericht war das, was rund um ein gut gereiftes und korrekt medium gebratenes, nur etwas unförmiges Kopfstück vom Rinderfilet zusammenkam: schmackhaftes schmelziges Kartoffelgratin, glasierte ganze Karotten, geschmorte Portweinzwiebeln und klassische reduzierte Jus von ausgewogenem und natürlichem Geschmack.
Schlicht und gut gelingen auch Desserts wie eine Panna cotta von weißer Schokolade, betupft mit Sanddorncreme und dekoriert mit verschiedenen Beeren, die von einem cremigen gerührten Tonkabohneneis begleitet wurde. Ausschließlich ein paar Beeren gab’s zur etwas fest gestockten Crème brûlée.
Nach wie vor gilt also das bereits im letzten Jahr gezogene Resümee, dass diese sehr regionalbetonte klassische Küche gehobene Ansprüche bedient, dabei aber auf dem Teppich bleibt, sehr zugänglich und voll mehrheitsfähig ist. Und dank einer gut sortierten Weinkarte ist es auch kein Problem, für viele Anlässe den jeweils passenden Inhalt für die Gläser zu finden. Alles zu moderaten Preisen!
Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.