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Fotos: Bernhardhof / Gusto

Bernhardhof

Andechser Str. 32
82346 Andechs
0170-4411222

aktualisiert: 06 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Mo von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 12-25 €

Der Bernhardhof von Familie Holzinger ist ein alter Bauernhof am Fuße von Kloster Andechs, der heute ein modern und schnörkellos gestaltetes Restaurant nebst kleinem Hotelbetrieb mit zehn komfortabel ausgestatteten Suiten beherbergt. Seit drei Generationen ist die Familie nun schon im Auftrag des Gastes unterwegs und der eigene Geflügelhof liefert nach wie vor Eier, Nudeln und Mastgeflügel aus Freilandhaltung. Nachmittags gibt es eine frische Auswahl an hausgebackenen Kuchen und Torten und davor und danach zeichnet Juniorchef Julian Holzinger für die warme Küche verantwortlich.

Das ist ein ansprechender Mix aus solider Bodenständigkeit und maßvoller Kreativität – letztere wird vor allem am Abend und insbesondere im Rahmen des viergängigen Menüs erlebbar. Ansonsten gibt es auf einer erfreulich übersichtlich gehaltenen Speisekarte neben Steaks aus dem Big Green Egg – etwa Dry Aged Roastbeef von John Stone oder Koteletts von Berkshire-Schweinen – zum Beispiel auch ein Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat oder geschmortes Ochsenschwanzragout mit hausgemachter Pasta.

Wer sich für „Julians Menü“ entscheidet, bekommt vorneweg kleine Grüße: In unserem Fall als Löffelhappen ein erfrischend säuerlich, ansonsten aber etwas karg und unterwürzt schmeckendes Cevice von der Bachforelle mit Tomate und Gurke und ein handgewürfeltes asiatisches Rindertatar mit einer nicht nur angenehmen Schmelz sondern auch Pep bringenden Mayonnaise mit Soja- und Sesamaromen. Der dritte Küchengruß in der Eierschale, etwas Karoffelcreme mit flüssigem Wachteleigelb und Croûtons, blieb aromatisch wieder etwas blass, machte aber trotzdem Spaß.

Von der Wildgarnele gab’s danach ein Zweierlei, von dem das gebratene Exemplar relativ lange Zeit in der Hitze verbracht hatte und deshalb sehr fest und trocken daherkam – das roh marinierte Tatar indes begeisterte durch feine glasige Textur, süßlich-klaren Eigengeschmack und eine zurückhaltende und trotzdem prononcierte asiatisch angehauchte Würzung. Die Komposition selbst fiel mit einer marinierten sehr knackigen weißen Spargelstange, nahezu ungewürztem Tomatenconcassé und winzigen Tupfen einer leicht zitrisch angehauchten Mayo allerdings denkbar simpel aus.

Etwas aufwendiger und auch aromatischer war die Begleitung zum sehr schön saftigen, qualitativ ebenfalls überzeugenden und gekonnt kross auf der Haut gebratenen Wolfsbarsch: ein Streifen geschmorter oder confierter roter Spitzpaprika, darauf harmonisch abgeschmeckter Safran-Bulgur und am Tisch angegossen ein sehr milder, heller, leicht rahmig gebundener Krustentierfond.

Ähnlich wie die Riesengarnele bei der Vorspeise war auch die ohne Haut- und Fettschicht gebratene, aber an jener Stelle mit einer Cerealien-Kräuter-Mischung überflockte Entenbrust im Hauptgang etwas übergart und nur noch im Kern leicht rosa. Weil man aber dem Fleisch genügend Ruhezeit gegönnt hatte, war der Saft gleichmäßig im Fleisch verteilt. Scharf angerösteter wilder Brokkoli, geviertelte Brombeeren und kleine Kartoffelflan-Zylinder, die sich prima als Saucenschwamm für die angenehm natürliche Entenjus eigneten, komplettierten einen schmackhaften Hauptgang auf gutem 5-Pfannen-Niveau.

Eher knapp erreichte dieses Level das relativ süße Dessert, in dessen Mittelpunkt ein fast cremiges, jedenfalls sehr zartes und schmelziges zweischichtiges Parfait von Zitrone und Basilikum stand, welches von marinierten Erdbeerstücken, kleinen Baiser-Makronen, Erdbeergel und Tupfen von Basilikumpüree eskortiert wurde. Hier fehlte es nach unserem Dafürhalten etwas an Frische und markanterem herbem Zitronenaroma. Ansonsten aber auch das eine harmonische, natürlich schmeckende Sache.

Beim Wein setzt der Bernhardhof weiterhin und ausschließlich auf die Erzeugnisse der Cantina Endrizzi aus dem Trentin. Daneben gibt es fast schon selbstredend die Biere der berühmten benachbarten Klosterbrauerei, verschiedene teils hausgemachte Saftschorlen und zum Beispiel verschiedene Ronnefeldt-Tees.

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