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Fotos: Bernhardhof / Gusto

Bernhardhof

Andechser Str. 32
82346 Andechs
0170-4411222

aktualisiert: 09 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Mo 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 9-28 €

Nicht schlecht, was Familie Holzinger da aus ihrem alten Bauernhof am Fuße von Kloster Andechs gemacht hat! In dem modern gestalteten Restaurant nebst kleinem Hotelbetrieb mit zehn komfortabel ausgestatteten Suiten sind drei Generationen der Familie im Auftrag des Gastes unterwegs und der Geflügelhof liefert nach wie vor Eier, Nudeln und Mastgeflügel aus Freilandhaltung. Während Oma Rosi als gute Seele des Hauses täglich eine frische Auswahl an Kuchen und Torten für den Nachmittagsbetrieb herstellt, zeichnet ihr Enkel Julian Holzinger für die Speisenauswahl verantwortlich, die es mittags und abends gibt.

Er hat sein Handwerk im Finninger Staudenwirt gelernt und danach im inzwischen geschlossenen Gourmetrestaurant Esszimmer der Traube in Coburg im Team von Steffen Szabo mitgekocht. Jetzt verwirklicht er im eigenen Restaurant einen ansprechenden Mix aus Bodenständigkeit und Kreativität, der auf einer erfreulich übersichtlich gehaltenen Speisekarte vom Schweizer Wurstsalat aus guten regionalen Produkten bis zum Flanksteak vom US-Beef mit sous-vide gegartem Mais, Kräuter-Wedges und Portweinjus reicht.

Meist konzentriert sich der junge Chef auf seinen Tellern auf drei tonangebende Komponenten, die er schlicht und schnörkellos zubereitet. Einen sommerlich-leichten Auftakt bescherte beispielsweise die feinsäuerlich abgeschmeckte Gazpacho vom Kopfsalat, die von zwei mit passablem Taschenkrebstatar, Zitronenmayonnaise und Brotcroûtons beladenen Kopfsalat-Schiffchen eskortiert wurden. Qualitativ viel besser als das Taschenkrebsfleisch, nämlich ganz hervorragend, war die sanft confierte und mit Limettenschalenabrieb aromatisierte Tranche vom Stör, die sehr frisch, schön festfleischig und trotzdem ganz zart im Mittelpunkt einer anderen Vorspeise stand. Und ganz puristisch aber farbenfroh von dreierlei verschiedenen und allesamt sehr aromatischen Tomatenscheiben, etwas Tomatenpüree sowie Aceto Balsamico von der Cantina Endrizzi begleitet wurde.

Ausschließlich von diesem Weingut aus dem Trentino stammen übrigens auch die Weine, die hier auf der sehr kleinen Karte stehen und vom im Stahltank ausgebauten Chardonnay bis zum barriquegereiften Teroldego Rotaliano „Gran Masseto“ reichen. Ersterer passte gut zum kross auf der Haut gebratenen Saibling, der mit einem zitrisch und säuerlich abgeschmeckten Limonen-Kartoffelstampf, knackig-frischen Erbsen und ausgewogenem Kokos-/Curry-Schaum ein sehr attraktiver Fischgang war. Letzterer hätte mit seinen leicht orientalischen Anklängen, den Vanille- und Röstaromen gut am Raz el Hanout-Flavour des leider recht rustikal angebratenen und deshalb ziemlich randtrockenen Iberico-Schweinefilets gepasst, das mit Kicherebsenpüree und leicht säuerlich-fruchtigem geschmortem Fenchel daherkam. Schmackhaft war’s trotzdem, nur halt etwas gröber gestrickt…

So wie die neckischen kleinen, leider etwas fest und kompakt geratenen Marillenknödel, die mit Butterbröseln bestreut nebst einer Nocke glatt-schmelzigem Tonkabohnen-Eis à la Pacojet aufgefahren wurden. Leicht, frisch und originell fanden wir die „Andechser Apfelweiße“, ein in einem kleinen Andechser-Bierkrug serviertes Dessert aus Apfel-Espuma, Apfel-Sorbet und Weißbier-Tapioka mit erfrischend herber, hopfiger Weißbiernote. Bei schönem Wetter kann man das alles auf der schattigen Terrasse genießen.



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