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Die-Räucherei

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Fotos: Bastian's Restaurant

Bastian's Restaurant

Erbsengasse 16
61169 Friedberg (Dorheim)
06031-6726551

aktualisiert: 10 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 23-34 €, Menüs: 49-89 €

Als wir das letzte Mal in dem Restaurant im Friedberger Ortsteil Dorheim zu Gast waren, hieß es noch „Gastraum der Sinne“ und wurde vom mittlerweile nach Frankfurt abgewanderten André Großfeld bekocht. Das einst in satten Rottönen gehaltene Lokal mit der stylish ausgeleuchteten Bar als Eye-Catcher präsentiert sich nun mit weißgetünchten Wänden deutlich heller und luftiger – überzeugt mit historischer Holzbalken-Decke, dekorativem Steindekor an den Wänden und dem nahezu unveränderten Barbereich aber auch im neuen Kleid.

Der neue Inhaber und Küchenchef Chris Bastian Draisbach kennt als ehemaliger Weggefährte Großfelds dessen Küche sehr genau, verfolgt aber auch am Herd konsequent und zielgerichtet seine eigenen Ideen. Unbestritten übt der klassisch französische Ansatz jedoch weiterhin den größten Einfluss auf das Kulinarium aus, was auch heuer schon beim Küchengruß zu Beginn auf kleinem Raum deutlich wurde: Den erprobten Dreiklang von leicht herber Entenleber-Paté, süß-säuerlichem Traubengelee und gerösteter Brioche akzentuierte da nämlich lediglich ein wenig Schokoladen-/Pilz-Crumble on top, der das tradierte Zusammenspiel von Schmelz, Frucht und Rauch noch zusätzlich mit erdigen Noten unterfütterte.

Inhaltlich klug fokussiert wählt man hier übrigens je nach Lust und Laune aus einem drei- bis siebengängigen Menü, wobei der Küche auch mit einem Überraschungsmenü freie Hand gewährt werden kann und zudem alle Gänge einzeln à la carte zu haben sind. Draisbach konzentriert sich wie gesagt auf klassische Akkorde und peppt diese nur im Detail mit modernen Akzenten auf. So sind hier keine pseudokreativen Verrenkungen angesagt, sondern entspannter Genuss.

Schlüssige und stets zugängliche Kombinationen bilden durchwegs die Richtschnur, auch wenn heuer zu Beginn noch nicht alles hundertprozentig passte: Denn zum etwas widerspenstig-faserigen confierten Hummerschwanz, der nebst einem mit gezupftem Scherenfleisch und Avocadocreme gefülltem Gelee-Röllchen aus Krustentiersud aufgetragen wurde, waren salzige Erdnusscreme und ein plakativ süßes Litschi-Sorbet prinzipiell stimmige, aber etwas überzogene Kontraste. Auch frischer Koriander, der hier einen retardierenden, erfrischend „grünen“ Akzent lieferte, konnte das nicht ganz kaschieren. Aber schon so viel vorweg: es sollte dies der einzige nennenswerte Wackler des Abends bleiben.

Wie gut der Chef nämlich üblicherweise auf den Punkt kommt bestätigten schon die beiden (fast gänzlich) vegetarischen Teller im Anschluss. Denn sowohl die schaumig-cremige Suppe von der lila Süßkartoffel, in deren Zentrum eine kompakt-festfleischige Jakobsmuschel Platz genommen hatte, als auch die knusprig ausgebackenen Ravioli mit schmelziger Ricotta-Kräuterfüllung, die auf einem leicht säuerlichen Artischocken-Ragout platziert und mit Pekannuss-Crumble bestreut waren, zeugten gutem Geschmack und handwerklicher Kompetenz. Unkompliziert, produktnah und ausbalanciert.

Doch auch für Fleisch und Fisch haben Chris Bastian Draisbach und sein Team ein gutes Händchen und adeln diese zudem mit herrlich süffigen und gehaltvollen Saucen! So begleitete die medium gebratene Entenbrust und die saftige Keulenpraline nicht nur eine umfangreiche Mais-Variation (schlotzige Creme, fluffiger Pancake, säuerliche Kölbchen, Popcorn…), sondern auch eine komplexe, mit Portwein und filigran eingeflochtener Kräuternote (Rosmarin!) tiefengrundierte Entenjus, die wir bis zum letzten Tropfen aus dem Töpfchen löffelten. Und sich weil der „karkassensatte“ geschäumte Krustentiersud auf dem gleichen Niveau präsentierte, profitierte auch die kross auf der Haut gebratene, saftig aufblätternde Zandertranche nebst gemüsig-grünem Kohlrabi-„Risotto“ (mit Blättersud grün eingefärbte, bissfeste Kohlrabi-Raspel) vom Saucen-Faible des Chefs.

Die augenzwinkernde „Quetschekuche“-Interpretation brachte mit geflämmten Zwetschgenschnitzen (Belag), leicht zimtigem Briocheteig (Boden) und luftiger Chantillycreme (Sahne) den Kuchenklassiker originell und stimmig aufs Porzellan und stellte ihm mit einer feinbitteren Eisnocke sogar noch den obligatorischen Nachmittagskaffee zur Seite. Klasse!

Mit Namen wie Knipser, Molitor, Rings und Co. präsentiert sich die Weinkarte durchaus prominent bestückt – da weiß man sich auf der sicheren Seite. Im Gespräch mit dem Chef kann man zudem immer auch dessen jeweiligen „Personal Favorite“ glasweise zu den Gängen ordern – und macht damit nach unserer Erfahrung keinen Fehler!

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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