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Fotos: Bastian's Restaurant

Bastian's Restaurant

Erbsengasse 16
61169 Friedberg (Dorheim)
06031-6726551

aktualisiert: 07 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 28-40 €, Menüs: 55-99 €

Seit nunmehr fünf Jahren führt Chris Bastian Draisbach sein Restaurant in einem malerischen Fachwerkhaus im Friedberger Ortsteil Dorheim. Dass der einstige Küchenchef der Frankfurter Villa Merton sich hier fest etabliert hat, merkt man allein daran, dass sein Lokal auch bei unserem Testbesuch unter der Woche sehr gut besucht ist – was man derzeit leider nicht von jedem gehobenen Lokal sagen kann. Das Zusammenspiel von pittoreskem Gebäude, lässig-elegantem Interieur, schönem Innenhof, lockerem Service und einer blitzsauberen Küchenleistung bei moderaten Preisen scheint als Erfolgsrezept aufzugehen. Auch uns hat die Mischung einmal mehr überzeugt!

Zwar gerät der erste Apero-Happen, ein zu dickes Cornet mit wenig eleganter Frischkäsefüllung, noch etwas plump, aber schon der zweite Snack, ein kleines Stückchen Tarte von Grüne-Sauce-Kräutern, besticht durch filigranes Handwerk und subtile Würze. Ein knusperndes Teigkissen mit Fenchelfüllung und ein Shot mit würziger Gurken-Limettenkaltschale runden die Einstimmungen souverän ab. Relativ neu ist im Bastian's das Angebot eines vegetarischen Menüs. Wir entscheiden uns dennoch für das verlockend klingende Menü mit Fisch und Fleisch; beide Varianten kann man in drei bis sieben Gängen wählen, zusätzlich wird eine à-la-Carte-Selektion angeboten – auch das inzwischen eine Besonderheit in der gehobenen Gastronomie. Die Weinkarte bietet eine überschaubare, aber ansprechende Auswahl vor allem deutscher Winzer.

Der erste Gang des Menüs nennt sich "Kalb²" und kombiniert eine ordentliche Menge hervorragend gewürzten Tatars mit kross gebackenen Pralinen vom Kalbskopf. Dazu werden ein Gelee und ein Salat aus Frankfurter Kräutern serviert, eine abwechslungsreiche Begleitung, erfrischend würzig, originell und mit beiläufig regionalem Akzent. Das i-Tüpfelchen bildet hier ein Senfeis, das zwischen eleganter Säure und milder Schärfe changiert. Noch eine Spur besser gefällt uns der auf der Haut gebratene Wolfsbarsch, wunderbar kross und von bemerkenswerter Produktqualität: Die Tranche thront auf einem sämigen Kohlrabi-„Risotto“, bei dem das geraspelte Gemüse sanft gekocht und durch Zugabe der Blätter sattgrün gefärbt wurde. Ein Pinienkern-Crumble bringt Textur, ein Gelee von Johannisbeeren frischt das Ensemble mit fruchtig-herber Säure auf. Umspielt wird das Ganze von einer exzellenten, nicht zu schweren Beurre blanc, wie überhaupt die Saucen seit jeher ein Trumpf von Bastian Draisbachs klassisch basierter Küche sind.

Bei den Ravioli von der Wetterauer Wutz punktet die Küche mit hervorragendem Pasta-Handwerk und einer süffigen Füllung, die vor Umami nur so strotzt. Sautierte Pfifferlinge von sehr guter Qualität geben dem Gericht etwas Sommerliches, etwas Trüffel verleiht ihm einen Hauch Luxus. Das nennen wir feinstes Comfort-Food! Wer mag, kann sich in klassischer Manier von einem Sorbet (an diesem Abend aus Erdbeerdaiquiri) erfrischen lassen, bevor es zum Hauptgang geht. Dieser besteht bei unserem Besuch aus Short Rib vom Rind, das für 48 Stunden bei Niedrigtemperatur gegart wurde. Das Ergebnis ist zartes, dennoch angenehm kerniges und geschmacksintensives Fleisch, flankiert von knackigen Mini-Maiskölbchen, präzise gewürztem Auberginenkaviar und einem Püree von lila Süßkartoffeln – BBQ deluxe! Der heimliche Star dieses Tellers ist allerdings eine kräftige Rinderjus, deren seidiger Glanz das Auge und deren vielschichtiger Geschmack den Gaumen erfreut. In Ermangelung eines Saucenlöffels behelfen wir uns am Ende in französischer Manier mit Brot, um noch die letzten Reste des köstlichen Elixiers aufzuwischen.

Das Dessert fällt sehr klassisch aus, was wir durchaus nicht als Kritik verstanden wissen wollen. In einer hauchdünn-knackenden Schokoladenkugel findet sich eine hervorragende, weil wolkenzarte und zugleich intensive Schokoladenmousse, dazu frische Erdbeeren, ein knuspriges Teiggitter und sehr gutes Vanilleeis. Wenn man so will, steht dieser Abschluss exemplarisch für den Küchenstil im Bastian's, der traditionelle Geschmacksbilder mit souveränem Handwerk und dem ein oder anderen Kniff auf die Teller bringt. Unprätentiös, entspannt und schmackhaft.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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