| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Mittags |
|
|
|
|
|
|
|
| Abends |
|
|
|
|
|
|
|
| Täglich ab 12 Uhr durchgehend, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 20-50 €, Menüs: 55-65 € |
Wenn man von den hohen kulinarischen Ambitionen im Hause Deimann weiß, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch in den anderen Bereichen jenseits des vielfach ausgezeichneten Gourmetrestaurants überdurchschnittliches Niveau angestrebt wird. Zum Beispiel im zweiten À-la-carte-Restaurant des Hauses, dem Barrestaurant, das so heißt, weil sich dessen weitläufige Gasträume rund um eine zentrale Bar ausbreiten. Hier können nicht nur Hotelgäste, sondern natürlich auch externe Besucher, die zum Beispiel das Day-Spa-Angebot im großen Wellnessbereich nutzen, tagsüber Kaffee und Kuchen sowie Kleinigkeiten von der Vesperkarte genießen, während täglich am Abend gehobene Küche kredenzt wird. Kein Fine Dining, aber doch Gerichte, die auf höhere Ansprüche abzielen.
Die hausgemachte Pastete vom Sauerländer Reh „à la Pascal“, die in der Karte mit Schalottenconfit und Wildkräutern annonciert war, kam handwerklich sorgfältig umgesetzt und angenehm zurückhaltend gewürzt daher, wenngleich von der Füllung über den Mürbteig bis zum Gelee in den Zwischenräumen alle Komponenten ziemlich kompakt waren. Das hätte man mit mehr Süffigkeit und Schmelz drumherum eigentlich recht geschickt kaschieren können, weil aber weder das fruchtig eingekochte Schalottenconfit, noch die punktuell aufgetragene feste Lebercreme und insbesondere natürlich nicht die Gewürzbrösel aus Panko dazu beigetragen haben, das ganze saftiger zu machen, blieb hinsichtlich der Komposition ein etwas karger Eindruck. Das konnten auch die wenigen Johannisbeeren, die dazwischen mal säuerlich aufploppten, nicht kompensieren.
An und für sich war rein von der Machart her auch die Sellerieschaumsuppe mit gebackener Blutwurstpraline ein überdurchschnittliches, mit gehobenem Eigenanspruch umgesetztes Gericht. Allerdings auch mit einigen Schwächen, denn der Geschmack der rahmigen Suppe war schon sehr eindimensional sahnemild, hatte zwar Spuren von Kräuteröl, aber keinerlei gegensteuernde Säure intus. Und die Panierung des Blutwurstbällchens schmeckte sehr getreidig und „vollwertig“, was auf Dauer etwas plump wirkte und so ebenfalls zu einem etwas breiten, behäbigen Eindruck beitrug.
Der auf der Haut gebratene Kabeljaurücken war qualitativ und handwerklich sehr solide und thronte auf einem schön schlotzigen Sockel aus mit zarten Kalbskopfwürfeln vermengten Perlgraupen-„Risotto“. Relativ zart gewürzt, nur Pfeffer schmeckte im Nachhall deutlich hervor. Und auch der Krustentierschaum, der das Ganze umflutete, war eher von der zurückhaltenden Art, so dass man hier trotz zupackender Produkte von einem eher milden Fischgericht mit zarten, natürlichen Aromen sprechen konnte.
Die Birnenvariationen bestanden aus einem wirklich sehr guten, ausdrucksstarken Sorbet, einem aromatisch etwas blassen Halva-Törtchen mit Rosmarin, einem Gel und etwas Birnenkompott, die sich hübsch angerichtet zusammen mit knuspriger Granola entlang einer dünnen Spur aus Hafercreme tummelten. Und sie untermauerten in ihrer sehr soliden, schmackhaften, natürlichen Machart die knappen 5 Pfannen, mit denen wir die in den relevanten Details zwar etwas heterogene, in der Gesamtschau aber in jedem Fall überdurchschnittliche Küchenleistung in diesem Jahr wieder bewerten können. Und dass es zu all dem auf Wunsch auch anspruchsvolle Weine gibt, ist im Hause Deimann ebenfalls ganz selbstverständlich.
Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.