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| Täglich ab 10 Uhr durchgehend, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 8-30 €, Menüs: 25-50 € |
Bei einem Besuch der Stadt Würzburg wird deren lange Historie an jeder Ecke sofort sichtbar. Sei es beim Blick auf die Burganlagen über dem Main, beim Schlendern durch die Altstadt, oder bei einem Gläschen kühlen Wein auf der Alten Mainbrücke. Und für all jene, die dieses geschichtsträchtige Flair mit gutem, unkompliziertem Essen kombinieren möchten, gibt es eine Adresse, an der im Grunde kein Weg vorbeiführt: Die Bürgerspital Weinstuben mitten im Zentrum der Stadt. Die Geschichte des Bürgerspitals, das insbesondere auch als VDP-Weingut mit seinen Erzeugnissen überregional bekannt ist, reicht bis ins Jahr 1316 zurück. Und bereits seit dem Jahr 1873 hat das ehemalige Spital auch eine gastronomische Tradition!
Die wird in den unterschiedlichen Gasträumen, die seit 1986 überdurchschnittlich engagiert von Familie Wiesenegg bespielt werden, auf sehr atmosphärische Art spürbar. Teils mit eher rustikalem, beinahe mittelalterlichem Flair, teils verbunden mit dezenten moderneren Designelementen. Auf jeden Fall findet sich hier für jeden Geschmack ein passender Platz für eine entspannte Auszeit – im Sommer auch besonders gern draußen im weitläufigen Innenhof.
Allerdings lohnt sich ein Besuch bei weitem nicht nur auch Geschichtshistorischen Erwägungen und wegen der besonderen Atmosphäre, sondern ganz besonders auch, weil die beeindruckend vielen Plätze drinnen und draußen hier seit vielen Jahren in bewundernswerter Konstanz anspruchsvoll bekocht werden. Das Spektrum umfasst einerseits eher rustikale fränkische Traditionsgerichte wie Blaue Zipfel im Sud oder knuspriges Schäufele nebst hausgemachten Kartoffelklößen und Krautsalat – andererseits aber auch Gerichte, die mit edleren Produkten und mehr handwerklichem Feinschliff deutlich ambitionierter daherkommen und unsere 5 Pfannen redlich verdienen.
Die größte Stärke der Küche bleibt aber die Substanz aller durchwegs frisch und natürlich zubereiteten Komponenten. So versucht sich das Team um Alexander Wiesenegg auch gar nicht an filigranen Basteleien, viele Teller – selbst die ambitionierteren – wirken rein optisch in ihren meist üppigen Proportionen eher gutbürgerlich-gediegen. Aber dafür punktet darauf jedes Detail mit Qualität und viel Geschmack.
Genau das zeigten zuletzt auch die meist eher leicht und frisch gehaltenen Vorspeisen wie eine Kombination von hausgebeiztem Lachs mit feiner Dillnote neben knackigen Gurkenwürfelchen, erfrischendem Sauerrahm und einem mit Kresse aufgelockerten Salatbouqet. Oder die zartrosa gebratenen, sehr saftigen Rindfleischröllchen, die mit Waldorfsalat und herben Preiselbeeren einen stimmigen Akkord aufs Porzellan brachten.
Zu seiner Höchstform läuft das Team aber zumeist bei Gerichten auf, die generell mehr auf Kraft und Tiefe ausgerichtet sind. So wie zuletzt die rosasaftig auf den Punkt gebrachten Tranchen vom Hirschrücken in der ebenso klassischen wie ausdrucksstark gearbeiteten Umgebung aus fruchtigem Blaukraut, knallgrünem Rosenkohl, angekrossten Schupfnudeln und einem Saucenduo aus Preiselbeere und Wacholderrahmjus. Eben auch an gehaltvollen Saucen und Suppen schmeckt man hier regelmäßig die starke klassische Substanz der Küche.
Angesichts der stattlichen Portionsgrößen noch ein Dessert zu probieren, ist mitunter gar nicht so einfach – lohnt sich aber! Denn auch die süße Abteilung der Küche liefert mit Nachtisch wie dem fruchtig-säuerlichen Apfelcrumble nebst Vanilleeis und einer mustergültig zart gestockten und dünn karamellisierten Crème brûlée zuverlässig souveräne Ergebnisse.
Dazu bieten sich hier selbstredend vor allem die renommierten Erzeugnisse des eigenen Weinguts an, die bis hin zum großen Gewächs auch glasweise probiert werden können – oder zu den rustikaleren Gerichten natürlich auch gutes fränkisches Bier. Das bestens organisierte Serviceteam sorgt in beiden Fällen für mit ansprechendem Inhalt gefüllte Gläser.
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