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Fotos: Bürgerspital-Weinstuben

Bürgerspital-Weinstuben

Theaterstr. 19
97070 Würzburg
0931-352880

aktualisiert: 02 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 10 Uhr durchgehend, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 8-30 €,
Menüs: 25-50 €

Das Bürgerspital im Herzen von Würzburg ist eine Institution, deren Historie bis ins Jahr 1316 zurückgeht. Vom Patrizier Johann von Steren gestiftet, handelte es sich im Ursprung tatsächlich um ein Spital zur Pflege kranker Menschen, dessen Erhalt mit Grundstücks- und Weinbergspenden von Bürgern gesichert wurde – woraus dann auch eines der ältesten und größten Weingüter Deutschlands entstanden ist. Die Weinstuben selbst gibt es „erst“ seit 1873, und nach mehreren Umbauten der „neuen“ und „alten Trinkstube“ spricht man heute zu Recht immer noch vom „Weinstuben-Labyrinth“.

Mehr als 500 Gäste können in den neun verschiedenen Räumen Platz finden, die mal wie ein mittelalterlicher Gewölbekeller mit Ausstellungstücken, mal wie ein hochherrschaftlicher Speiseraum mit modernen stylishen Elementen inszeniert sind. Im Sommer lockt zusätzlich ein weitläufiger Innenhof. Dementsprechend ist die Kulinarik für ein breites Publikum aufgestellt; auf dem Fundament bodenständiger fränkischer Hausmannskost gibt es aber auch Ausflüge in die französische Küche.

Als zweite Generation der Betreiberfamilie Wiesenegg ist seit vielen Jahren schon Alexander Wiesenegg Geschäftsführer und Küchenchef, der in seiner Vita große Namen vorzuweisen hat: von der Lehre bei Bobby Bräuer über den Posten als Chefsaucier bei Heinz Winkler bis hin zum Souschef bei Alfons Schuhbeck.

Auf der Speisekarte finden sich neben zünftigeren Schmankerln (Blaue Zipfel, Bratwürste, Schweinskopfsülze…) auch Klassiker wie fränkische Mostsuppe, geräucherte Wachtelbrust oder gekochtes Ochsenfleisch. Highlights für Steakfans sind die großen Cuts wie Rib-Eye und T-Bone, die im Haus in der Dry-Age-Box auf den Punkt gereift werden.

Wir hielten uns beim jüngsten Besuch an das von Alexander Wiesenegg empfohlene Menü in vier Gängen, das nach Brot und körnigem Hüttenkäse mit hausgebeiztem Lachs startete. Eine Mango-Rosmarin-Vinaigrette strahlte fruchtig-exotisch als Spur auch auf die in schlanke sechs Riegel geschnittene Tranche des Fischs ab. Irritierend fanden wir nur, dass aus dem in der Karte annoncierten Quellersalat kommentarlos ein bunter Salat mit Frisée, Radicchio und vielen Wildkräutern und Sprossen wurde, der aber mit seinen herb-bitteren Tönen gut zum saftigen Lachs und den hausgemachten Chips passte.

Als mild und schaumig erwies sich danach die Suppe, deren Basis eben nicht geräucherte, sondern geschmorte Paprika war, die garniert mit Kräutern einen Rucola-Flan umschloss. Auch der war in Sachen Würze eher zurückhaltend, aber sehr schön luftig und fluffig. Ziemlich wuchtig wurde es im Hauptgericht, üppig portioniert auch als Teil des Menüs: zwei große Stücke von der rosa gebratenen Barbarie-Entenbrust thronten knusprig und saftig auf einem Apfelblaukraut, das mit gut abgestimmter Würze und Süße viel Geschmackstiefe bot. Leuchtend grün und je nach Gabel manchmal von Speckaroma unterstützt, waren ein paar knackige Rosenkohlhälften. Zu den gleichmäßig geformten und gebratenen Schupfnudeln hätte es gar nicht mal zwingend eine Sauce gebraucht, aber es gab sie, wenngleich die Wacholderrahmjus versteckt war.

Die Crème brûlée zum Abschluss war wirklich cremig und nicht zu süß, zumal neben der Schale auf dem Teller die Fruchtsäure eines Birnenkompotts und eines etwas kristallinen Apfel-Punsch-Sorbets gesetzt war.

Ein großer Trumpf des Hauses sind natürlich die Weine! Zum Lachs wurde eine duftige Gutswein-Cuvée von Weiß- und Grauburgunder mit dem Namen des Spitalgründers Johann von Steren empfohlen. Aber auch eine Erste Lage wie den Würzburger Stein Blaufränkisch gibt es hier im Offenausschank. Flaschenweise ist ohnehin fast alles geboten, was das VDP-Weingut im Sortiment hat. Und je nach Uhrzeit, in der man zu Tisch ist, lohnt sich vor oder nach dem Restaurantbesuch auf jeden Fall ein Abstecher in den Weinshop direkt nebenan.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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