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Fotos: AvantGarthe

AvantGarthe

Ludwigstr. 2
67346 Speyer
06232-687359

aktualisiert: 05 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa 18 Uhr, So Ruhetag
Hauptgerichte: 22-55 €, Menüs: 44-99 €

Das großzügige Lokal von Gastgeber Philipp Garthe im Zentrum von Speyer, unweit des beeindruckenden Doms, dessen Ambiente zwar gehobenen gastronomischen Anspruch, aber nicht zu viel Exklusivität suggeriert, ist seit Jahren in der Stadt eine Hausnummer in Sachen Kulinarik. Früher unter dem Namen Paparazzi und nun auch schon seit einiger Zeit als AvantGarthe, wird dem lokalen, an gepflegter Weinkultur und gutem Essen interessiertem Publikum hier eine zuverlässige Heimat geboten.

So wie die ansprechende Weinkarte vor allem mit Gewächsen aus Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich selektiv gut aufgestellt ist und es dank Coravin auch im Offenausschank immer wieder mal den einen oder anderen höherwertigen Tropfen gibt, macht die Küche ebenfalls einen munteren Zickzackkurs durch Europa: Hier ein Ausflug in mediterrane Gefilde, dort etwas französische Bistroklassik und da eine Portion Regionalität – da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Der große Trumpf der Küche sind die guten, ausgesuchten Produkte wie beispielsweise Eußertaler Lachsforelle, Iberico-Schwein, Husumer Rind oder Rheinzander. Was die kochtechnische Umsetzung angeht, sind die Ideen da, aber es fehlt – zumindest in Hinblick auf eine Auszeichnung – bisweilen etwas an der Präzision bei deren Umsetzung.

So gefiel uns etwa das vorbildlich von Hand geschnittene und angenehm zurückhaltend gewürzte Rindertatar mit schönem Schmelz in seiner schlichten Art, nur von gegrilltem Salzbaguette und einem kleinen Salatbouquet begleitet, deutlich besser als die (an sich sehr guten) gefüllten Kalamari. Die lagen nämlich auf einem Bett aus recht nichtssagendem trockenem Couscous, dem nur von der ihn einrahmenden Chilimayonnaise etwas Schmelz und ein verhaltener aromatischer Akzent zuteilwurde. Das geht mit mehr Schmackes und Saftigkeit.

Licht und Schatten auch beim Zander, der als relativ großes, dickes, korrekt gebratenes Stück auch in puncto Qualität und frische überzeugen konnte, als kleines (eigentlich völlig überflüssiges) Zusatz-Stück, das wohl aus einer anderen Zeit stammte, aber einen erstaunlich dürftigen Eindruck hinterließ. Belugalinsen, im Biss etwas störrischer und im Geschmack etwas derber Lauch und eine eher breite, rahmige Weißwein-Fischsauce waren dem ungleichen Duett solides Beiwerk ohne weiterführende Finessen, bewegten sich aber handwerklich auf einem passablen Niveau.

So wie auch der etwas schludrig angerichtete Teller um gebratene Brust und gebackene, sowie als gefüllte Roulade zubereitete Keule vom Perlhuhn mit sautiertem bissfestem Spitzkohl und auf der Microplane darüber gehobelter schwarzer Trüffel von etwas verhaltenem Aroma. Die etwas trockenen gebratenen Semmelschnitten erwiesen sich als veritabler Schwamm für die reichlich angegossene und gar nicht so schlechte dunkle Sauce auf Geflügelbasis.

Wer vor dem Dessert oder stattdessen gerne Käse isst, bekommt eine Auswahl ausschließlich französischer Sorten und die Lust auf Süßes wird beispielsweise mit einer Variation von Mandel, Apfel und weißer Schokolade oder mit Sekt aufgegossenem Sorbet befriedigt. Die übersichtliche Weinkarte ist in Teilen erfreulich individuell gestaltet, da sich darin nicht nur Pfälzer Schwergewichte finden, sondern auch Platz für die eine oder andere Neuentdeckung bleibt, deren Förderung Gastgeber Philipp Garthe am Herzen liegt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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