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| Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag |
| Menüs: 70 € |
Neben den beiden Gourmetrestaurants The First und Masters, die bei uns entsprechend höher bewertet sind, kann das kulinarisch ambitionierte Golf-Resort im Weimarer Land noch auf ein drittes Menürestaurant verweisen, wo mit gehobenem Anspruch, aber alltagstauglichem Konzept bewirtet wird. Dass hier alles auf Hotelgäste und weniger auf externe Gourmets ausgerichtet ist, liegt auf der Hand und schlägt sich in der alleinigen Wahlmöglichkeit des Hauptgangs innerhalb eines 5-Gang-Menüs nieder, das täglich wechselt. Auch scheinen Tagesbesucher hier die Ausnnahme zu sein, denn wir wurden gleich von zwei Mitarbeiten ganz selbstverständlich nach der Zimmernummer gefragt.
Bei Gästen aus mehr als 90 Zimmern, die das Augusta hier sieben Mal die Woche an 365 Tagen satt und glücklich machen muss, schreibt der Pragmatismus an der Speisekarte natürlich mit. Doch weil es zum kleinen Einmaleins eines guten Hotelküchenchefs gehört, auch unter solchen Parametern reizvolle Gerichte zu konzipieren, gelingt es Marcel Hanslok und seinem Team hier, die Qualität trotz Quantität hochzuhalten.
Ein kaltes, dezent rosa heißgeräuchertes Stück Roastbeef kam dünn aufgeschnitten und mit cremiger Mayonnaise sowie einer Vinaigrette auf den Teller und wurde mit schlotzig eingelegten Buchenpilzen, gepickeltem Mais und gepickelter Senfsaat ergänzt. Die durchweg natürlichen und frischen Aromen konnten uns sofort überzeugen und bezeugen, wie sich Gerichte skalieren lassen, ohne dass es dem anspruchsvollen Gast negativ auffallen würde.
Auch die Spargelsuppe war fachmännisch zubereitet, cremig und aromenstark und wurde mit knusprigen Croûtons und fein geschnittenem frischem Schnittlauch garniert. Hier wurde das hohe Maß an Standardisierung und Planbarkeit jedoch ein bisschen zum Verhängnis. Nicht etwa wegen handwerklicher Mängel, sondern weil wir uns bei 29 Grad in der Abendsonne nicht unbedingt eine heiße Cremesuppe herbeigesehnt haben.
Vor dem Hauptgang schickte die Küche ein kleines, herbes Ananas-Sorbet mit Kokosschaum. Aromatisch konnte auch dieser kleine klassische Einschub voll überzeugen. Da die gläserne Servierschale eiskalt auf den Tisch kam und die Eisnocke außen gestockt war, vermuten wir, dass das Eis vorab portioniert und im Glas nachgefrostet worden war. Das ist natürlich nichts Verwerfliches, sondern eine gängige Technik in Profiküchen, wo solche Abläufe durchaus perfektioniert werden können. Allerdings geriet das Eis hier sehr fest und bröselig. Noch gravierender waren die Texturprobleme beim Schaum aus dem Siphon, der trotz großer Poren sonderbar formstabil war und am Gaumen das typisch pelzige Gefühl von übermäßigem Bindemitteleinsatz aufwies.
Zum Hauptgang wählten wir aus angebratenem Ibérico, Fenchelrisotto und Kabeljau den Fischgang. Dazu wurde ein gedämpfter Kabeljau mit gebratenen Zucchini, getrockneten Tomaten und einer halben Stange grünem Spargel in einem hellen, frischen Weißweinsud serviert, in dem wir sogar einen Hauch Safran vermuteten. Überzeugen konnte das Gericht vor allem mit seinem sommerlichen Arrangement. Auch der Fisch selbst zeugte von ordentlicher Qualität und besaß eine gute Reintönigkeit, auch wenn man in diesem Setting keine absolute Spitzenqualität zu erwarten hat. So fehlten dem Fisch die klar definierten und trotz weicher Textur prallen Lamellen, die hochklassiger Kabeljau aufweist. Gemeinsam mit geröstetem Brot und einer Knoblauchmayonnaise erwies sich der Fisch im Kontext aber dennoch als sehr passabel.
Zum Abschluss gab es noch einen frischkäsigen, aber angenehm luftigen Cheesecake mit frischen Beeren, der mit gutem Süße-Säure-Spiel und knusprigem Boden überzeugen konnte. Gemeinsam mit dem souveränen Service und dem malerischen Ausblick über die Hügellandschaft und die Golfplätze ist das Augusta ein empfehlenswertes Restaurant während eines Aufenthalts im komfortablen Hotel oder auf der Durchreise.
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