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| Mo-Do ab 16.30 Uhr, Fr-So u. Fei ab 11.30 Uhr durchgehend, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 14-60 €, Menüs: 65-120 € |
Ein ruhig und beschaulich in der Nähe des Tierparks München Hellabrunn in der grünen Umgebung von Maria Einsiedel gelegenes Gasthaus mit verschiedenen historischen Stuben und lauschigem Innenhof. Das Asam-Schlössl selbst ist ein wunderschönes Gebäude, das einstmals Wohnhaus des Barockkünstlers und Namensgebers Cosmas Damian Asam war und mit seiner Fresko-Fassade heute als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen ist. Und drinnen sorgen die Gastgeber Barbara und Shane McMahon für eine auch kulinarisch attraktive Bewirtung, die vom klassischen Schweinsbraten mit Kartoffelknödel bis zum gegrillten Pulpo auf spicy Ochsenmaulsalat reicht, was sich nach Kauderwelsch anhört, hier aber Hand und Fuß hat.
Und um etwas vorzugreifen: der Schweinsbraten im Asam Schlössl zählt für uns zu den deutlich besseren seiner Art! Mit krachender Kruste über schmelzigem Fett auf aromatischem, zartem Fleisch, kleinen, flaumigen Kartoffelknödeln mit Nussbutterbröseln und einer ausgewogen kümmelwürzigen Biersauce sowie Krautsalat separat im Schälchen. Der Chef hat aber eben nicht nur ein Händchen für bodenständige blauweiße Traditionsküche, sondern bewegt sich auch sehr sicher in der großen weiten kulinarischen Welt. Dass das alles mit viel Substanz auf dem grundsoliden Fundament der klassischen Küche zubereitet ist, konnte man zuletzt beispielhaft schon an der Hummerbisque schmecken, die ebenso kraftvoll röstaromatisch wie fein und elegant den tiefen Krustentiergeschmack und ätherisches Aroma von Estragon transportierte und in ihren samtigen Fluten ein paar gebratene Scampi-Stücke sowie jungen Lauch als Einlage mit sich trug.
Aber auch für ihre vegetarischen und sogar veganen Gerichte muss sich die Küche nicht verstecken, wie das unter anderen mit Granatapfelkernen und Sumach sehr interessant abgeschmeckte Urkarotten-Tatar verdeutlichte, das mit frischer marinierter Avocado, einer mit Avocado und Wasabi hergestellten Creme und einem sehr attraktiven, verschiedensortig zusammengestellten Salat mit Yuzu-Vinaigrette zum Besten gegeben wurde. Wer sein Mahl lieber mit rohem Fleisch beginnt, macht mit dem nicht zu herzhaft, aber auch nicht zu puristisch angemachten Rindertatar keinen Fehler, das selbstverständlich handgeschnitten ist und zusammen mit frisch geriebenem Meerrettich, Dörrtomaten und Röstbrot auf einem Holzbrett serviert wird. Einer der vielen Klassiker des Hauses, der in der über die Jahre zumindest in Teilen recht statischen Karte immer wieder auftaucht. Nicht, weil der Chef einfallslos wäre, sondern weil es so gut ist, dass die Gäste danach verlangen.
Zum ersten Mal haben wir beim letzten Besuch die Brust vom Maishähnchen probiert, die in der rauchigen Hitze der Keramik-Grillkugel „Big Green Egg“ ein ganz besonderes Flavor bekommt und mit vielen Röstaromen, aber trotzdem noch schön saftig-zartem Fleisch, schon rein als Hauptprodukt viel Spaß macht. Doch auch deren Unterlage, eine animierende Melange aus Artischockenstücken, roter Paprika und Fregola Sarda, umgeben von Rauke und Basilikum, süffig eingerahmt von einem anisduftigen Estragonschaum, der wunderbar mit der Paprikanote korrespondierte, konnte als in jeder Hinsicht ausgewogenes Begleitprogramm schmackhaft überzeugen.
Trotz stattlicher Portionsgrößen, insbesondere bei den Hauptgerichten und nicht nur bei den verschiedenen hochwertigen Steak-Cuts vom Grill mit traditionellen Beilagen nach Wahl, sollte man so disponieren, dass am Schluss noch ein Dessert drin ist. Vor allem wenn frisch zubereiteter Kaiserschmarrn oder die Tiroler Grießknödel mit eingelegten Rotweinzwetschgen offeriert werden, die zu den fluffigsten und saftigsten gehören, was wir diesseits und jenseits der Alpen diesbezüglich je probiert haben.
Aber auch die üppig-cremige Haselnussschnitte mit Haselnusseis und glasierter Williamsbirne auf Coulis von roten Beeren bescherte uns beim letzten Mahl einen ansprechenden Abschluss. Für den Kaffee am Nachmittag stehen außerdem hausgemachte Kuchen und Torten im Angebot und in der Weinkarte findet man viele gute Flaschen namhafter europäischer Winzer. Ansonsten passt zu vielen Gerichten aber auch ein frisch gezapftes Augustiner sehr gut. Die Atmosphäre in den Gaststuben ist entspannt, das Preisniveau hinsichtlich der überdurchschnittlichen Qualität absolut angemessen.
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