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| Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa u. So von 12-14 Uhr u. ab 17 Uhr, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 27-45 €, Menüs: 49-106 € |
Das schmale historische Fachwerkhaus im Zentrum von Rheinbach versprüht schon von außen sehr viel Flair und auch drinnen präsentiert sich der Gastraum mit freigelegtem Holzgebälk und modernen Gestaltungselementen ausgesprochen atmosphärisch. Gehobener Anspruch bei lässiger Gangart ist hier die Devise, was sowohl auf das Gastronomische als auf das das Kulinarische zutrifft. So wird man aufmerksam und professionell umsorgt, ohne dass es steif zugeht, sitzt an sauber eingedeckten Tischen, wählt aus einer gut sortierten Weinkarte mit heimischem Schwerpunkt und genießt ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis.
Letzteres entsteht durch den Verzicht auf allzu exklusive Produkte und preistreibende Verfeinerungsexzesse, was aber eben nicht bedeutet, dass man auf hohe Qualitäten der Viktualien und Raffinement bei der Zubereitung verzichten müsste. Im Gegenteil: das Team um Chef Benedikt Frechen hat‘s drauf und kocht mit Fingerspitzengefühl und guten Ideen. Da braucht es zwangsläufig dann noch nicht mal Fleisch und Fisch, wie zuletzt die vegetarische Vorspeise unseres Menüs unter Beweis stellte. Kopfsalat als knackig-fleischige marinierte Blätter und als Püree machten da im Zusammenspiel mit der zarten Süße einer Maiscreme und der balancierten Fruchtigkeit einer Vinaigrette aus Tomate, Pfirsich und Pinienkernen eine reizvolle Figur. Gewinnbringend ergänzt vom Schmelz eines feinflockig darüber gehobelten gebeizten Eigelbs und der milden pfeffrigen Würze von Belper Knolle. Wer dennoch nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann sich das Ganze optional von auffällig gutem magerem Südtiroler Ochsenschinken begleiten lassen.
Rein vegetarisch ging es in unserer Speisefolge mit dünnen Spaghettini in perfekter fester Konsistenz weiter, die als akkurat aufgedrehte Rolle zusammen mit winzigen aromatischen Pfifferlingen, halbgetrockneten Cocktailtomaten und einem Topping aus verschiedenen Kräutern in einer schön natürlichen Trüffel-Rahmsauce ohne jedes künstliche Aroma badeten. Ebenfalls wohlgelungen und fast noch eine Spur besser präsentierte sich ein weiterer Zwischengang mit in Nussbutter sehr zart (aber nicht zu weich) confiertem Pulpo, dessen Stücke auf einem von kandierter Amalfizitrone einerseits ätherisch-süßlich und andererseits erfrischend herb aromatisierten Risotto in optimaler cremiger Beschaffenheit angerichtet war. Da blieb kaum ein Wunsch an solch ein Gericht unerfüllt, woran auch die um den Risotto angegossene Velouté ihren Anteil hatte, die das Ganze unaufdringlich mild-süffig untermalte.
Nicht weniger gelungen, wenngleich stilistisch etwas gediegener, präsentierte sich der Hauptgang, im Rahmen dessen ein relativ ausdrucksstarkes Stück Kalbsfilet, naturell auf den Punkt gebraten und sehr saftig, mit grünem Spargel, purem Selleriepüree, Polenta und einer mit Ricottafarce gefüllten Crêpe-Roulade geboten wurde. Ein etwas „breitflächiger“, dumpfer Eindruck entstand hier durch die Sauce, die in ihrer schmorwürzigen Art mehr diffuse Bratensauce als klararomatische reduzierte Kalbsknochen-Jus war – was das harmonische Gesamtbild freilich nicht beinträchtigen konnte, aber diesen Teller eben etwas rustikaler wirken ließ als seine Vorgänger.
Klar auf 6-Pfannen-Niveau bewegte sich dann wieder das Dessert, ein nicht zu üppiges Käsekuchentörtchen mit nussigem, mehlfreiem Boden nebst aromatischem Pfirsichsalat, Pfirsichgel und einem glatt-schmelzigen Sorbet von Pfirsichen und Passionsfrucht. Auch da wurde mit verhältnismäßig einfachen Mitteln aber viel Fingerspitzengefühl ein überzeugendes Ergebnis aufs Porzellan gebracht.
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