| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So | Mittags |
| Abends |
|
|
|
|
|
||
| Di-Sa ab 17.30 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 18-38 €, Menüs: 39-69 € |
In dem stattlichen Gasthof mit Gastronomie und Hotellerie, der gegenüber des namensgebenden Mühlbetriebs am Ortsrand von Altenmarkt liegt, zeigen die jungen Gastgeber Laura und Andreas Gasteiger, wie ein zeitgemäßes Landgasthaus im besten Fall aussehen kann. Denn in den stimmungsvoll eingerichteten traditionellen Gaststuben wird erstaunlich anspruchsvoll und kreativ aufgetischt – aber ohne die Bodenhaftung zu verlieren! Gasteigers mit einer Handvoll Vorspeisen und ebenso vielen Hauptgerichten sinnvoll straff gehaltene Karte ist heimatlich traditionsbehaftet, aber auch weltoffen und einfallsreich.
Es gibt Pflücksalat mit gebackenem Bergkäse und gerösteten Kernen, eine kraftvolle Rinderkraftbrühe mit Speckknödel oder butterzarte, mit Gremolata und Fregola Sarda auf mediterran gedrehte Kalbshaxe, aber auch Trüffelschaumsuppe, Kalbsravioli mit Paprika und Zwiebel oder Topfengnocchi mit Waldpilzen und Lauchzwiebel – trotz meist zupackender Aromen alles schön leicht und elegant zubereitet.
Nach einem herzhaften bodenständigen kleinen Snack aus Frischkäsecreme und Schmorpaprika-Kompott zum dunkel gebackenen Sauerteigbrot ging es mit einer Vorspeise um Jakobsmuscheln, Blumenkohl und Purple Curry vergleichsweise sehr weltläufig und exklusiv los. Die gebratenen Cocquilles von überraschend guter Qualität waren da mit noch leicht knackigen kleinen Röschen von lila und weißem Blumenkohl sowie einer feinwürzigen Blumenkohlcreme und einem etwas flüchtigen, deshalb nicht näher definierbaren hellen Saucenschaum angerichtet, bekamen aber von der floralen Currymischung mit Hibiskus noch einen unaufdringlichen Akzent.
Eine heimatliche Vorspeisen-Option waren zuletzt saftige marinierte Scheiben vom zart gesottenen Kalbstafelspitz, die lockerflockig im Kreise eher fruchtiger als erdig-dumpfer bunter Bete-Varietäten arrangiert waren und von Kürbiskerncreme sowie mit Meerrettich aromatisiertem Schmand nussig-ätherisch umspielt wurden. Auch das war ein gelungener Start: gegenständlich, bodenständig und trotzdem mit dem gewissen Pfiff. Da kann absolut jeder etwas damit anfangen, sofern er Fleisch isst. Ein, zwei vegetarische Optionen gibt es aber auch immer in der Karte, beispielsweise ein mit Salzzitrone akzentuiertes Arrangement aus verschiedenen Tomatensorten und Burrata.
Im Bereich der Hauptgerichte findet das Team ebenfalls immer einen attraktiven Mittelweg zwischen mit Fingerspitzengefühl umgesetzten Traditionsgerichten wie Kalbfleischpflanzerl mit Kartoffel-Gurkensalat oder Filetgeschnetzeltem mit Spätzle und Pfifferlingen, mediterranen Einflüssen wie Gremolata und Safranrisotto zur à la Ossobucco geschmorten Kalbshaxe oder ganz eigenen Ideen wie der, ein sanft gebratenes Zanderfilet mit dünn gehobeltem und dann mariniertem Fenchel und cremiger Polenta zu kombinieren. Auch hier zeigte sich, dass das Team den Saucen grundsätzlich ruhig etwas mehr Kraft und Ausdruck verleihen könnte, denn auch dieser sehr milde, dezent an gelbe Paprika erinnernde, leider nur lauwarme Schaum war sehr flüchtig und wirkte somit eher ganz sanft umrahmend als akzentuierend.
Etwas anders stellte sich das beim Fleischhauptgang dar, weil die helle Schaumsauce, die Rinderfilet, das auf einer wie ein Risotto gekochten Melange aus kleinen Kartoffelwürfelchen und Lauch thronte, auch noch von einer klassischen dunklen reduzierten Jus auf Kalbsknochenbasis unterstützt wurde. Eigenaromatische, frisch über das Gericht gehobelte Wintertrüffel umwehte das gelungene Gericht mit einem Hauch von Exklusivität – einziges kleines Defizit war die Tatsache, dass das Filet zwar sehr zart und gleichmäßig rosa war, aber auch etwas saftlos und aromenschwach wirkte, was auf einen Garprozess im Vakuum oder einen etwas längeren Aufenthalt im Holdomat schließen ließ, aber den guten Gesamteindruck auch nicht trüben konnte.
Rundum gelungen waren auch diesmal wieder die süßen Einfälle wie die Schnitte vom Apfelstrudel mit Mandarinensorbet und duftigem Vanilleschaum oder ein Nachtisch von dreierlei dunkler Schokolade (saftige Brownies, cremige Mousse und knusprige Erde) sowie zweierlei Zwetschge (Sorbet und Röster). Und zu allem findet man in der attraktiv bestückten und sehr fair kalkulierten Weinkarte mit Schwerpunkt Deutschland, Österreich und Italien auch die passende Begleitung fürs Glas. Ein Lob verdient auch der sehr herzliche, familiäre Service.
Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.