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Fotos: Almer Schlossmühle

Almer Schlossmühle

Schloßstr. 13
59929 Brilon
02964-9451430

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa u. So von 12-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 19-45 €,
Menüs: 45-84 €

Bei der Almer Schlossmühle prägt der Ort das Gesamterlebnis nicht nur nebenbei, sondern sehr deutlich. Die historische Mühle liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss Alme, umgeben von Fachwerk, Wasser und viel Grün. Das klingt zunächst nach klassischer Ausflugsromantik – und tatsächlich hielt bei unserem Besuch mittags der eine oder andere Radler oder Motorradfahrer, angelockt vom lauschigen Biergarten an der idyllisch vorbei plätschernden Alme.

Dafür, dass die Küche jederzeit auch ohne die hübsche Kulisse mit ihren rustikal gepflegten Räumen in dunklem Holz unter alten Balken mit erkennbarem Mühlencharakter (sowie drei Appartements) für einen noch längeren Aufenthalt überzeugt, sorgt Küchenchef und Inhaber Martin Steiner. Seine Handschrift bewegt sich zwischen regionaler Sauerländer Bodenständigkeit mit kleinen weltläufigeren Ausflügen und man spürt mit jedem Teller, dass hier jemand kocht, der gehobenes Handwerk beherrscht. Kein Wunder, war Steiner einst Küchenchef auf Johann Lafers ehemaliger Stromburg, geht im eigenen Gasthaus aber eher unprätentiös vor, mit angenehm klarer Vorstellung, was zu diesem Ort passt.

So bietet die Karte zwar Menüoptionen bei saisonalen Specials, etwa rund um Spargel, oder beim Überraschungsmenü, den größten Raum nehmen jedoch die À-la-carte-Gerichte ein.  Angenehm ist dabei auch der Pragmatismus: Klassiker wie Backhendl oder Wiener Schnitzel werden auf Wunsch in kleinerer Ausführung serviert – eine sinnvolle Lösung, wenn man von den durchaus üppigen Portionen mehr als nur ein Gericht probieren möchte.

Und als Vorspeise standen die in feiner Panierung ausgebackenen, hellfleischig zarten Hähnchenstücke mit sämig-saftigem Kartoffelgurkensalat, erdigen, säuerlichen Preiselbeeren und mit steirischem Kürbiskernöl angemachtem Feldsalat dem Carpaccio vom Kalb nicht nach. Dessen dünne, zarte Fleischscheiben kamen mit Grünspargel, Friséespitzen, Cocktailtomatenhälften und Mangowürfeln und waren dabei mit einer Sesamvinaigrette und offensichtlicher Sojasauce leicht „asiatisch“ inspiriert angemacht, während schaumige Salsa Verde mit Bärlauch kräuterig verbindende Cremigkeit schaffte.

Auch die Suppen überzeugten. Die intensive, klare Rinderkraftbrühe wurde mit geschnittenen Pfannkuchenstreifen und Schnittlauchröllchen zur bestens bekannten Frittatensuppe. Das sahnig-cremige Spargelschaumsüppchen erfreute neben präzisem Geschmack mit Spargeleinlage und Kräutercroûtons. Zugängliche Gerichte, die aber genügend Charakter mitbrachten, um jeder Beliebigkeit unverdächtig zu sein.

Das (kleine) Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffel-Gurkensalat fiel knusprig dünn und moderat souffliert aus. Mit Preiselbeeren, Zitronenscheibe, Kapern und der hier angenehm säuerlich marinierten Sardelle wurde es von der klassischen Wiener Garnitur begleitet. Die im Ganzen mehlierte und gebratene Almer Bachforelle nach Müllerin Art überzeugte derweil mit bester Frische, pointiert sauberem Garpunkt und gutem Geschmack, so dass es ganz im Sinne einer unverfälschten guten Zutat nicht mehr als gekochte, nochmals in der Pfanne zu leichter Bräune durchgeschwenkte Kartoffeln und einen gemischten Salat brauchte.

Wer danach noch Luft verspürt, kann natürlich den Kaiserschmarrn für Zwei bestellen, der in einem Haus mit österreichischer Prägung beinahe zur Pflichtübung gehört. Doch auch ein guter Kaffee, hier mit drei kleinen süßen Begleitern serviert, erwies sich als zwar kleinere, aber nicht minder charmante Entscheidung.

So erlebten wir wieder einen zuverlässig souveränen und sehr genussvollen Besuch ohne kulinarische Effekthascherei in der Almer Schlossmühle. Wer über Softdrinks oder ein kühles Pils hinaus vinophile Gelüste hegt, wird mit der übersichtlichen, doch charmant bestückten und moderat bepreisten Europa-Weinkarte mit so manch positiver Überraschung wie etwa Gereiftem von Schloss Halbturn glücklich. So kommt hier mit der Terrasse im Grünen, den gemütlichen Räumen der alten Mühle, und einer Küche mit Substanz bei unkomplizierter Gastlichkeit, vieles Gutes zusammen.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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