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Fotos: Almer Schlossmühle

Almer Schlossmühle

Schloßstr. 13
59929 Brilon
02964-9451430

aktualisiert: 07 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa u. So von 12-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 19-45 €,
Menüs: 45-84 €

Die Almer Schlossmühle am Ortsrand von Alme in der Nähe von Brilon ist ein ganz besonderes Kleinod am nördlichen Tor zum Sauerland. Wie der Name schon vermuten lässt, direkt an einem Flusslauf und in unmittelbarer Nähe des Gräflich von Spee'schen Wasserschloss gelegen, hat dieses geschmackvolle Gasthaus aber nicht nur von außen sehr viel Flair: auch drinnen herrscht auf zwei Etagen mit rustikaler, dunkelholziger Balkendecke zwischen dekorativer historischer Mühlentechnik eine ganz besondere Atmosphäre. Im Grunde also ist dieser charmante Landgasthof ein Ausflugslokal par Excellence. Und noch dazu eines, in dem eine überdurchschnittlich gute Küche geboten wird.   

Und für die zeichnet schon seit Jahren mit großer Beständigkeit der gebürtige Österreicher Martin Steiner verantwortlich, der eine ganze Zeit lang Küchenchef seines berühmten Landsmanns Johann Lafer auf dessen Stromburg war, hier im eigenen Restaurant aber keine exklusive und entsprechend hochpreisige Gourmetküche bietet, sondern vielmehr einen attraktiven Spagat zwischen alpenländischen Schmankerln, verfeinerter Regionalküche und leichten Gerichten aus internationalen Produkten macht. Dass manches davon durchaus trotzdem auch in den bodenständigen Gourmetbereich tendieren kann, macht die Sache umso attraktiver.

Einer der großen Klassiker auf Steiners Karte und dem traditionellen Programm zuzuordnen ist das Wiener Backhendl mit festem, saftigem Geflügelfleisch unter locker-knuspriger Panierung, welches es zur Vorspeise auch in einer kleinen Version gibt. Bei der sind dann drei Teile zusammen mit marinierten Radieschenscheiben und säuerlichen Preiselbeeren um einen mit Kernöl nussig marinierten Kartoffel-/Gurkensalat herum drapiert, der wiederum mit etwas Vogerlsalat mit Kürbiskernen getoppt ist.

Aus der weltläufigeren Sparte stammte zuletzt beispielsweise eine Vorspeise, bei der gebratene Riesengarnelen, cremige Burrata und vollreif-aromatische Mango zusammen mit Urtomaten und einer Art Pesto von Koriander und Yuzu in ausgewogener Proportionierung zueinander geführt wurden und dem in vier Gängen offerierten Menüvorschlag einen erfrischenden und dennoch vollmundigen Auftakt bescherten. Man kann die Gänge dieses Menüs aber auch alle einzeln à la carte bestellen – hier ist man gastorientiert und unkompliziert.

Was das Besondere dieser Küche ausmacht, ist neben der überdurchschnittlichen Qualität der Produkte und der fundierten handwerklichen Zubereitung mit Blick auf die Natürlichkeit der Aromen die Tatsache, dass hier alles einerseits zupackend und kraftvoll, andererseits leicht und ausgewogen daherkommt. So auch die wolkenzarten Steinpilz-Gnocchi mit Ricotta nebst sautierten Waldpilzen, Erbsen und dünn gehobeltem Parmigiano, die nicht nur aufgrund der herben, säuerlichen Frische von Salzzitrone, sondern auch durch die elegante, dünnflüssige Beschaffenheit der Sauce ein überraschend bekömmliches und elegantes Gericht waren.

Und das war in jeder Hinsicht auch unser Hauptgang mit Label Rouge Lachs, Möhren, Kartoffelwaffel und Bisque als Sauce. Der mit einer unaufdringlich dünnen, in der Hauptsache aus Wiesenkräutern, Semmelbröseln und Butter hergestellten Masse gratinierte Fisch blätterte glasig und soft unter seiner Aromahaube auf und schmeckte selbst reintönig frisch, die jungen bunten Möhren hatten zarten Biss und viel Eigengeschmack, die im Waffeleisen knusprig-saftig ausgebackene Kartoffelwaffel war dergestalt mehr als eine schnöde Sättigungsbeilage und die substanzielle Krustentier-Schaumsauce zeugte von viel klassischem Verständnis.

Weltläufigkeit demonstrierte dann zum süßen Abschluss auch nochmal ein Haselnuss-Gâteau als Schichtriegel, der mit Vanillemousse, marinierten Himbeeren, aus Kürbiskernen und Kernöl hergestellten schmelzigen Knusperhippen und einer darunter versteckten Kugel Shiso-Sorbet ebenfalls weit mehr Kreativität und höheres Niveau bot, als man es in den meisten Landgasthöfen erwarten kann. Das alles kredenzt ein ebenso aufmerksam wie unkompliziert agierendes Serviceteam, das auch mit einer ansprechenden kleinen Weinkarte und einer guten Auswahl verschiedener Biere dienlich ist.

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