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Fotos: Adler Stuben

Adler Stuben

im Parkhotel Adler
Am Adlerplatz 3
79856 Hinterzarten
07652-1270

aktualisiert: 12 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 19-35 €

In den vergangenen Jahren hatten wir an dieser Stelle noch das separat geführte Gourmetrestaurant im Parkhotel Adler empfohlen, doch das „Oscars“ ist mittlerweile Geschichte. Nach dem ersten Corona-Lockdown mit Wiedereröffnung unter Auflagen war für die Verantwortlichen schnell klar, dass es keinen Sinn macht, die Zweigleisigkeit der Küche beizubehalten. Stattdessen wurde in den stilvoll ländlichen Adler Stuben, die auch schon seit zwei Jahren unter der Ägide von Küchendirektor und Gewürz-Sommelier Bernhard König und dessen Team seriös bekocht werden, das Niveau noch etwas höhergeschraubt, so dass die Gäste des Adlers auch weiterhin nicht auf anspruchsvolle gehobene Küche verzichten müssen.

Das Angebot ist vergleichsweise bodenständiger und regionalbetonter, vor allem aber weniger exklusiv bei der Auswahl der Produkte und beim Aufwand in Sachen Präsentation und Zubereitung – trotzdem aber klar überdurchschnittlich. Keine kreativen Höhenflüge also, doch was auf den Tisch kommt hat Hand und Fuß, überzeugt durch sorgfältiges Handwerk, Qualität und Geschmack. Etwa das Baguette mit Kräutercreme und Olivenöl zum Auftakt. Oder die kross ausgebackenen saftigen Kalbskopfwürfel mit Radieschen, Salatblättern, einer herzhaft kräuterwürzigen Grünen Soße und knusprigen Waffelkartoffeln, die eine durchaus attraktive Vorspeise waren. Auch die Ochsenschwanzsuppe war eindeutig von der besseren Sorte, bestand aus einer dunklen, erfreulich konzentrierten, substanzstarken Brühe, knackigen Gemüserauten und saftigen Fleischstücken als Einlage. So einfach, so gut.

Der beste Gang des letzten Besuchs war allerdings das australische „Jack’s Creek“-Rinderfilet. Es kam optimal gebraten, zart und eigenaromatisch daher, wurde mit einer dunklen, fruchtig-würzigen Jus und sehr viel Gemüse serviert: Zuckerschoten, Zucchini, Möhren und Brokkoli sowie der (etwas zu) knackige Rosenkohl umrahmten das Fleisch; knusprig angebratene Kartoffel-Taler mit Kräutern gehörten ebenfalls zu diesem generösen Hauptgang. Den passenden Wein dazu gibt es auch glasweise, beispielsweise aus Baden oder aus der Rioja, allerdings sind dem Offenausschank hier qualitative Grenzen gesetzt. Ein oder zwei Spitzenweine offen zu servieren, eventuell mithilfe des Coravin-Systems, würde Weinkenner, denen eine ganze Flasche zu viel ist, sicher noch mehr ansprechen und fände hier sicher sein Publikum…

Der Cheesecake zum Schluss, der mit einem offensichtlich hausgemachten Cassis-Sorbet und einer gut darauf abgestimmten Blaubeersauce kombiniert wurde, gelang der Pâtisserie saftig und locker, präsentierte sich als Ganzes zwar relativ süß, war aber dennoch ein ansprechender Abschluss eines rundum soliden Menüs. Sehr positiv herauszuheben war an diesem Abend übrigens auch das von Sarah Frank geleitete Serviceteam, das alle Gäste mit Namen ansprach und stets eine gute Balance zwischen Professionalität und Lockerheit fand.

Auch beim Publikum kommt das alles ganz offensichtlich sehr gut an, denn es hatte erstaunlich lange gedauert, bis wir in der aktuellen Testsaison einen freien Tisch ergattern konnten. Der Adler hat also das Beste aus der momentanen Situation gemacht und ist mit seinem Konzept, gehobene Küche für ein breites Publikum anzubieten, auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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