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Fotos: 5 SEN:SES

5 SEN:SES

Blumenstr. 19
76133 Karlsruhe
0721-20628

aktualisiert: 11 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo ab 17.30 Uhr, Di-Fr von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 17.30 Uhr, So Ruhetag
Hauptgerichte: 34-54 €,
Menüs: 84-135 €

In Karlsruhe gibt es nach wie vor einige sehr gute italienische Restaurants, zu denen auch das 5 Sen:ses von Mario Aliberti zählt – wenngleich man in diesem Zusammenhang zunächst mal anführen muss, dass dessen Küche nicht nur italienisch geprägt, sondern auch asiatisch inspiriert ist. Das eine wird mehr im Menü „Comfort italiano“ gespielt, das andere im Fine-Dining-Menü „Il mio mondo“ – „so, wie ich selbst essen gehen würde“, erklärt Mario Aliberti auf der Homepage seines Restaurants. Den Gästen, die außer den Menüs noch die Wahl aus verschiedenen À-la-carte-Gerichten haben, kann diese Vielfalt nur recht sein, wenngleich wir bei unserem jüngsten Besuch den Eindruck hatten, dass hier überwiegend der klassisch italienische Weg eingeschlagen wird.

So oder so: Das 5 Sen:ses in einer Nebenstraße der Fußgängerzone ist stets gut frequentiert, die relativ eng gestellten blanken Holztische, an denen man im gediegenen Ambiente auf petrol- und sienafarbenen Polstern sitzt, nicht selten alle belegt. Da die Produkte des „Mondo“-Menüs in bis zu fünf Gängen etwas hochwertiger sind und wir natürlich für die Bewertung eines Restaurants immer das augenscheinlich Beste aus dem Repertoire im Visier haben, entschieden wir uns mit einem weinenden Auge gegen die „Comfort“-Zone mit Burrata, Carbonara und Spezzatino und für die ambitionierteren Programmpunkte.

Und schon mit den Grüßen wurde demonstriert, dass in Alibertis Fusionküche in Sachen Würze nicht auf die Bremse getreten wird. In einem zugunsten der Fleischigkeit recht grob geschnittenen, saftigen Rindertatar steckte nicht nur ein Reisschip, sondern auch viel säurehaltige Exotik; in einem Knusperkörbchen mit Pulposalat trumpfte zitrische Frische auf; sehr herzhaft war eine ausgebackene Risottopraline im Arrancini-Stil auf einer asiatisch aromatisierten Mayonnaise.

Beim ersten Gang musste man sich dann anschnallen, um nicht vom Stuhl gefegt zu werden, denn zum Crudo vom Yellow fin Thunfisch gab es viel Frucht, Säure und auch Schärfe. Diese steckte vor allem in einem Tomaten-Jalapeño-Sorbet, aber pur auch darunter, denn ein Ring der mexikanischen Paprikasorte diente hier als Sockel. Die mit Kräuteröl marmorierte Leche de Tigre war auch nicht ohne, aber im Wesentlichen von der Frische von Limetten geprägt. Staudensellerie, Papaya-Stücke und zweierlei Mais – als Crunch und gepickelte Minikölbchen – setzten zu salzigen Macadamianüssen weitere Impulse in diesem Gericht, das mit nahezu jedem Löffel anders schmeckte, weil sich durch den Facettenreichtum immer wieder neue Geschmacksverläufe ergaben.

Erstaunlich wenig Säure brachte eine mit Ponzu aromatisierte Beurre blanc zum Pulpo aufs Porzellan, dafür aber fast bis zum Anschlag umamisatte Sojawürze. Auch der Krake an sich hatte viel Wucht, denn seine in Schwarzbier gegarten Arme waren partiell dunkel-kross gegrillt. Für noch mehr Geschmacksdichte sorgten cremige Kugeln von schwarzem Knoblauch auf dem Pulpo. Dankbar konnte man da für ein frisches und saftiges Stück Pak Choi sein, der ebenfalls angegrillt war. Nach dieser Würzpower kam das Kalamansi-Sorbet im Anschluss gerade zum richtigen Zeitpunkt, zumal sich dessen Säure, angegossen mit Champagner, noch tiefer eingrub und den Gaumen tatsächlich wieder neutralisierte.

Ziemlich klassisch präsentierte sich sodann der Wagyu-Tafelspitz vom japanischen Konro-Grill, der sanft gegrillt und lockerer angerichtet war, sodass auf dem Teller alle Aromen klar für sich sprechen konnten. Neben den zwei schlanken Riegeln vom Edelrind glänzten außerdem ein halbierter Steinpilz sowie eine im Umeboshi-Stil salzig eingelegte Pflaume, deren Finesse aber etwas von einer geräucherten Hollandaise überlagert würde. Ein Püree aus fermentiertem Kohlrabi, ein paar Trüffelspäne und eine geschwungene Spur Jus rundeten das Gericht ansprechend ab.

Das „Banana Imperial“ getaufte Dessert war wiederum sehr kompakt konzipiert, mit fließend ineinander übergehenden süßen, sauren und salzigen Komponenten. In einem Passionsfruchtsud mit Schokocrumble ergänzten sich ein Stück karamellisierte Banane und Eis sowie Salzkaramell, Zitronenbaiser und Maracujagel zu einem cremig-dichten, aber sehr dynamischen Geschmackserlebnis.

Passend zum mehrspurigen Konzept des 5 Sen:ses ist auch die Weinkarte breit gefächert und listet nicht nur Gutes aus Italien, darunter einige große Namen, sondern hat auch viel aus Baden und der Pfalz zu bieten. Der Service, der selbst bei hoher Frequenz freundlich die Übersicht behält, kann je nach Menü und Gericht passend daraus empfehlen.

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